Als „Die Blechtrommel“ nur an der DSP gezeigt werden durfte

Als „Die Blechtrommel“ nur an der DSP gezeigt werden durfte

Die Blechtrommel an der Deutschen Botschaftsschule Peking wurde im Oktober 2013 zu einem ungewöhnlichen Kapitel der Schulgeschichte. Beim ersten „Festival des Deutschen Films in China“ erhielt Volker Schlöndorffs berühmtester Film keine Genehmigung für die öffentlichen Kinos. Die DSP wurde daraufhin zum Schauplatz einer besonderen Vorführung.

Das erste Festival des Deutschen Films in China

Im Oktober 2013 fand erstmals das „Festival des Deutschen Films in China“ statt. Das von German Films und dem Goethe-Institut China organisierte Festival zeigte in Peking, Chengdu, Shenzhen und Shenyang insgesamt 15 deutsche Filme. Ehrengast war der international bekannte Regisseur Volker Schlöndorff.

Ausgerechnet sein berühmtester Film, „Die Blechtrommel“, durfte jedoch nicht in einem öffentlichen chinesischen Kino gezeigt werden. Eine Begründung erhielten die Veranstalter offenbar nicht. Auch Andres Veiels Film „Wer wenn nicht wir“ über die Vorgeschichte der RAF wurde nicht für die regulären Kinos zugelassen.

Die DSP als besonderer Aufführungsort

Das Goethe-Institut und die Deutsche Botschaft entschieden sich deshalb, „Die Blechtrommel“ in der Deutschen Botschaftsschule Peking zu zeigen. Die über das Goethe-Institut vergebenen Eintrittskarten waren nach damaligen Presseberichten sofort vergriffen.

Volker Schlöndorff war persönlich anwesend. Nach der Vorführung erläuterte er dem Publikum mehr als eine Stunde lang anhand einer vorbereiteten Präsentation die Entstehung des Films. Er sprach über die Verfilmung des Romans von Günter Grass, die Auswahl der Schauspieler, die Drehorte und die Symbolik der rot-weißen Blechtrommel.

Eine ausführliche chinesische Reportage dokumentiert die Veranstaltung mit mehreren Fotos. Darauf ist Schlöndorff während seines Vortrags an der Deutschen Botschaftsschule zu sehen. Moderiert wurde das Gespräch von Wang Ge, der Ehefrau des chinesischen Kameramanns Lü Yue; zusätzlich war eine Übersetzerin oder ein Übersetzer anwesend.

Ein ungewöhnlicher Moment der Schulgeschichte

Die Vorführung war vermutlich keine gewöhnliche Schulveranstaltung. Das Publikum bestand offenbar vor allem aus chinesischen Filmfreunden, Journalisten und eingeladenen Gästen. Ob auch Schülerinnen und Schüler, Eltern oder Lehrkräfte der DSP teilnahmen, ist bislang nicht bekannt.

Für einen Abend wurde die DSP damit zu einem besonderen Ort des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs: Ein international ausgezeichneter Film, der in den öffentlichen Kinos nicht gezeigt werden durfte, fand innerhalb der Schule doch noch sein Publikum – vorgestellt von seinem Regisseur persönlich.

Wer erinnert sich?

Wer war bei dieser Vorführung dabei? In welchem Raum wurde der Film gezeigt? Gibt es noch Eintrittskarten, Programme oder eigene Fotos von Volker Schlöndorffs Besuch? Hinweise und Erinnerungen helfen dabei, diesen besonderen Abend in der Geschichte der DSP genauer zu dokumentieren.

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