Die 2010er-Jahre sind geprägt von starkem Wachstum, räumlichen Kapazitätsgrenzen und einer zunehmend vielfältigen internationalen Vernetzung. Qualitätsentwicklung, Luftverschmutzung, sportliche und kulturelle Begegnungen sowie schließlich der Beginn der Corona-Pandemie bestimmen wichtige Stationen dieses Jahrzehnts.
Schuljahr 2010/2011
Noch vor Beginn des Unterrichts reisen elf Schüler gemeinsam mit Rainer Busch und Schulleiterin Angela Strathmann zu einer Studienfahrt in die Mongolei. Im Mittelpunkt stehen die Ökosysteme Steppe und Wüste im Rahmen des erweiterten naturwissenschaftlichen Unterrichts.
Zur Vorbereitung auf die Bund-Länder-Inspektion findet eine Peer Review statt. Monika Schmidt, Schulleiterin in Seoul, und Wolfgang Kollecker, Schulleiter in Manila, beobachten und bewerten die Arbeit der Deutschen Botschaftsschule Peking. Die Rückmeldung fällt positiv aus und enthält Anregungen zur weiteren Schulentwicklung.
Nach der schweren Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan falten mehr als hundert Schüler aller Klassen insgesamt 1.000 Papierkraniche. Sie werden der Japanischen Botschaft als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität übergeben.
Der Zuzug deutscher Familien nach Peking steigt weiter. Die Kapazitätsgrenze der Deutschen Botschaftsschule Peking rückt näher. Da auf dem bestehenden Grundstück keine weitere bauliche Erweiterung möglich ist, beginnen Überlegungen zu einem zweiten Campus.
Schuljahr 2011/2012
Almut Hennings übernimmt die Leitung der Deutschen Botschaftsschule Peking.
Mit der dynamischen Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen steigt die Zahl deutscher Familien in Peking weiter. Die Schule stößt zunehmend an ihre räumlichen Grenzen. Gemeinsam mit der Deutschen Botschaft und weiteren Beteiligten wird intensiv nach einem zweiten Standort für Grundschule und Kindergarten gesucht.
Der Schulvorstand informiert die Eltern über den Stand der geplanten Schulerweiterung. Dabei wird bekanntgegeben, dass zum folgenden Schuljahresbeginn kein zusätzliches Gebäude zur Verfügung stehen wird.
Schuljahr 2012/2013
Erstmals muss die Deutsche Botschaftsschule Peking vor Beginn eines Schuljahres einen Aufnahmestopp verhängen. Neue Schüler können nur noch aufgenommen werden, wenn gleichzeitig Plätze durch Abmeldungen frei werden.
Wegen Protestaktionen vor der nahe gelegenen Japanischen Botschaft bleibt die Deutsche Botschaftsschule Peking für drei Tage geschlossen.
Nach einer Bund-Länder-Inspektion vom 25. bis 30. November erhält die Deutsche Botschaftsschule Peking das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.
Peking erlebt über längere Zeit außergewöhnlich starke Luftverschmutzung. Die Deutsche Botschaftsschule Peking entscheidet sich für den Einbau einer neuen Luftfilteranlage. Bis zur Fertigstellung werden in den Klassenräumen mobile Luftreiniger eingesetzt.
Die Schule präsentiert sich erstmals auf der Bildungsmesse didacta in Köln. Schüler nehmen am Model United Nations Schleswig-Holstein im Kieler Landtag teil. Zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags veranstalten die Deutsche Botschaftsschule Peking und die französische Schule einen gemeinsamen Nachmittag. Eine Biologie-Exkursion der Klassen 11 führt in die Innere Mongolei.
Schuljahr 2013/2014
Mit rund 550 Schülern ist die Deutsche Botschaftsschule Peking vollständig ausgelastet. Weitere Anmeldungen für die Grundschule werden an eine neu eingerichtete zweite deutsche Schule auf dem Campus der British School weitergeleitet. Diese nimmt Ende August mit 44 Schülern in den Klassen 1 bis 4 den Betrieb auf.
Gemeinsam mit dem Goethe-Institut zeigt die Schule den Director’s Cut von „Die Blechtrommel“. Regisseur Volker Schlöndorff erläutert seine Konzeption und diskutiert anschließend mit dem Publikum.
Bei den dritten Ostasienspielen in Tokyo gewinnt die Mannschaft der Deutschen Botschaftsschule Peking die Silbermedaille.
27 Schüler legen die Reifeprüfung ab. Schüler nehmen am Diercke-Geographiewettbewerb sowie erneut am Model United Nations Schleswig-Holstein teil. Ende März präsentiert sich die Deutsche Botschaftsschule Peking auf der didacta in Stuttgart.
Schuljahr 2014/2015
Das Schuljahr beginnt mit 525 Schülern in 29 Klassen. Darunter befinden sich 108 neu hinzugekommene Schüler.
Eine Krankenstation wird eröffnet. Damit steht während des Schultages dauerhaft eine Krankenschwester für die medizinische Erstversorgung zur Verfügung.
Die Deutsche Botschaftsschule Peking gewinnt die Beijing International Schools Climbing Championships. Henning Harnisch und ALBA Berlin sind erneut im Rahmen eines Basketballprojekts an der Schule aktiv. Während der APEC-Konferenz bleiben im November sämtliche Pekinger Schulen zeitweise geschlossen.
Die Schule legt fest, dass Außenaktivitäten nur noch bis zu einem Luftqualitätswert von AQI 250 stattfinden dürfen. Damit werden erstmals klare schulinterne Grenzwerte für Aktivitäten bei starker Luftverschmutzung definiert.
Die Ostasienspiele werden zum zweiten Mal an der Deutschen Botschaftsschule Peking ausgetragen. Die Gastgeber gewinnen die Gesamtwertung.
Schuljahr 2015/2016
Im Rahmen eines dreitägigen Bilanzbesuchs untersuchen Vertreter der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und der Kultusministerkonferenz den Stand der Schulentwicklung zwischen zwei externen Evaluationen.
Zum zweiten Mal findet an der Deutschen Botschaftsschule Peking ein Basketballturnier der PASCH-Schulen statt. Beteiligt sind unter anderem Henning Harnisch und ALBA Berlin sowie die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und das Goethe-Institut.
Wegen extrem starker Luftverschmutzung ruft die Pekinger Stadtverwaltung erstmals einen „Red Alert“ aus. Schulen und Kindergärten in der Stadt müssen schließen. Auch an der Deutschen Botschaftsschule Peking fällt der Unterricht an beiden Tagen aus.
Die Deutsche Botschaftsschule Peking richtet eine Schulleiter- und Oberstufenleitertagung mit mehr als 30 Teilnehmern aus neun Ländern Ost- und Südostasiens aus.
Bundespräsident Joachim Gauck und Staatspräsident Xi Jinping eröffnen das Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch. Schüler der Deutschen Botschaftsschule Peking beteiligen sich gemeinsam mit einem chinesischen Kinder- und Jugendchor an der Begrüßung der beiden Präsidenten.
Schuljahr 2016/2017
Nach der traditionellen Vorbereitungswoche beginnt der Unterricht. 54 Erstklässler werden wenige Tage später feierlich eingeschult. Zahlreiche inzwischen fest etablierte Veranstaltungen wie Bildungsmesse, Flohmärkte, Pädagogische Tage, Vorlesetag und Sportveranstaltungen prägen den Jahresablauf.
Die Schulpartnerschaft mit der Renda Fuzhong Mittelschule wird offiziell besiegelt.
Die Deutsche Botschaftsschule Peking präsentiert sich erneut auf der didacta in Deutschland. Die etablierten Chinatage, Kinderuni-Veranstaltungen, Bundesjugendspiele, Vorlesewettbewerbe und kulturellen Veranstaltungen werden fortgeführt.
Schuljahr 2017/2018
Viele Veranstaltungen haben sich inzwischen zu festen Bestandteilen des Schuljahres entwickelt: Kinderuni, Bildungsmesse, White Horse Theatre, Basketballturnier mit ALBA Berlin, Martinsumzüge, Vorlesetag, Filmabende sowie zahlreiche musikalische und kulturelle Veranstaltungen.
Eine Schülergruppe nimmt erneut am Model United Nations im Kieler Landtag teil. Die Reihe der Beijing Talks wird mit Joerg Wuttke fortgesetzt.
Zur Vorbereitung auf die für das Frühjahr 2019 vorgesehene Bund-Länder-Inspektion findet erneut eine Peer Review an der Deutschen Botschaftsschule Peking statt.
Schuljahr 2018/2019
Die Deutsche Botschaftsschule Peking begeht ihr 40-jähriges Bestehen. Seit dem Beginn mit fünf Schülern im Jahr 1978 hat sich die Schule zu einer großen deutschen Auslandsschule mit einem umfangreichen Bildungs- und Veranstaltungsangebot entwickelt.
An der Deutschen Botschaftsschule Peking findet ein Basketballturnier mit ALBA Berlin statt. Bundesaußenminister Heiko Maas nimmt an der Veranstaltung teil.
Erstmals findet an der Deutschen Botschaftsschule Peking ein eigener Leitbildtag statt.
Neben den Abitur- und Abschlussprüfungen gehören Betriebspraktikum, Projektwoche, Wüstenexkursion und die Teilnahme an den Ostasienspielen in Shanghai zum zweiten Halbjahr. Das Schuljahr endet mit dem Sommerfest und der Zeugnisausgabe am 28. Juni.
Schuljahr 2019/2020
Die Deutsche Botschaftsschule Peking beginnt das Schuljahr bei nahezu vollständiger Auslastung von Schule und Kindergarten. Am 31. August werden 50 Erstklässler eingeschult.
Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, besucht die Deutsche Botschaftsschule Peking. Im November findet außerdem eine regionale Netzwerktagung von Vorständen, Schulleitungen und Verwaltungsleitungen deutscher Auslandsschulen Ostasiens an der Schule statt.
Nach den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest kann die Deutsche Botschaftsschule Peking aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus nicht regulär öffnen. Das zweite Halbjahr beginnt mit Online-Unterricht. Innerhalb kurzer Zeit werden digitale Unterrichtsformen für sämtliche Klassenstufen aufgebaut.
Besonders die Durchführung der Abiturprüfungen stellt die Schule vor erhebliche organisatorische, rechtliche und technische Herausforderungen. Nicht alle Abiturienten befinden sich in Peking, während die lokalen Behörden die Schulen weiterhin geschlossen halten.
Die Schule darf schrittweise wieder öffnen. Zunächst kehren ältere Schüler zurück, anschließend die Klassen 6 bis 9 und später die Klassen 4 und 5. Kurz vor der geplanten Öffnung für die jüngsten Klassen wird die Deutsche Botschaftsschule Peking am 15. Juni aufgrund eines neuen Infektionsgeschehens erneut vollständig geschlossen.
Das Schuljahr endet weitgehend online. Es gibt kein Sommerfest, keinen traditionellen Abschied für ausreisende Familien und keinen abschließenden Schultreff. Zeugnisse werden per E-Mail versandt und die Originale am Schuleingang ausgegeben.
Hinweise, Quellen und Mithilfe
Grundlage dieser Übersicht ist insbesondere die öffentlich zugängliche Schulchronik der Deutschen Botschaftsschule Peking von Herrn Dr. Wistoff. Die dort veröffentlichten Angaben wurden für reconnect Germany neu geordnet und in einer kompakten chronologischen Darstellung zusammengeführt.
Für einzelne Themen bestehen weiterhin offene Recherchefragen. Dazu gehören unter anderem die Suche nach dem zweiten Schulstandort und die damaligen Kapazitätsprobleme, die Auswirkungen von Smog und zeitweisen Schulschließungen, Schulpartnerschaften und internationale Begegnungen sowie die Organisation des Schulbetriebs und des Abiturs zu Beginn der Corona-Pandemie.
Hinweise, Korrekturen, Fotos, Dokumente und persönliche Erinnerungen aus dieser Zeit sind willkommen. Neue gesicherte Informationen werden fortlaufend in die Chronik aufgenommen.